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Dr. Moshé Feldenkrais

Feldenkrais





Dr. Moshè Feldenkrais (06.05.1904 – 01.07.1984)


Moshè Feldenkrais wurde in Baranovitz, in der Ukraine geboren. Mit 14 verließ er seine Familie und wanderte ins damals britische Mandatsgebiet Palästina aus, wo er sich für die Gründung eines unabhängigen Staates Palästina engagierte.
Er lernte Jiu-Jitsu und unterrichtete es in der Haganah, einem Vorläufer der israelischen Armee.

1928 musste er nach Paris emigrieren, wo er Mechanik und Elektrotechnik und anschließend Physik studierte. Nach seiner Promotion in Physik arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut des später mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Ehepaars Joliot-Curie.

1933 lernte er den Begründer des Judo, Igoro Kano, kennen und wurde in den darauf folgenden Jahren auch von ihm unterrichtet.

1936 erhielt Moshè Feldenkrais als erster Europäer den schwarzen Gürtel in Judo. Unter anderem schrieb er auch mehrere Lehrbücher für Judo.

1940, nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich, gelang ihm die Flucht nach England. Er schmuggelte angeblich einen Koffer mit geheimen Dokumenten, die für die französische Exilregierung bestimmt war, außer Landes und aufgrund seiner ausgereiften Selbstverteidigungstechniken brachte er die Dokumente auch heil an ihren Bestimmungsort. Während des Krieges arbeitete Moshè Feldenkrais dann zusammen mit anderen Wissenschaftlern in Westschottland.

Nach seiner Rückkehr nach Israel arbeitete er noch kurz als Leiter der Elektronikabteilung des Verteidigungsministeriums, bis er sich ab 1952 ausschließlich der Ausübung und Weiterentwicklung seiner körperorientierten Lernmethode widmete.

1968 startete er seinen ersten Ausbildungskurs in Tel Aviv mit 13 Schülern.

1975 leitete er eine Ausbildung mit 65 Studenten in San Francisco (unter anderem mit dem Trainer meiner Feldenkraisausbildung Jerry Karzen, der bis zu Moshè’s Tod einer seiner engsten Vertrauten war).

1980 begann ein weiterer Ausbildungszyklus in Amherst, Massachusetts, mit 250 Studenten.

1981 erleidet Moshè Feldenkrais einen Gehirnschlag, von dem er sich nicht mehr bis zu seinem Tod 1984 erholte.

Für Moshè Feldenkrais war Bewegung Leben und als Wissenschaftler studierte er Bewegung nach den Gesetzen der Physik und Mechanik, der Neurologie, der Neurophysiologie, der Bewegungswissenschaft, der Anatomie und der Psychologie. Bedingt durch mehrere schwere Knieverletzungen wurde er gezwungen, sich anders zu bewegen, nämlich achtsam und bewusst.

Moshè Feldenkrais stieß zu Lebzeiten in der Welt der Wissenschaft auf geteiltes Echo. Viele schätzten seine Arbeit sehr, für andere war er ein Physiker, der den schmalen Grat zur Irrationalität überschritten hatte. Aktuelle Forschungen legen aber nahe, dass Moshè Feldenkrais seiner Zeit voraus war. Heute werden seine Grundannahmen der Methode durch neue wissenschaftliche Denkansätze und Forschungsergebnisse gestützt. Besonders aus den Neurowissenschaften, der Systemtheorie, den Bewegungs- und Erziehungswissenschaften kommen immer mehr Beiträge in diese Richtung. Er war ein großer Anreger, ein scharfsinniger Kopf und ein Begründer einer ganz eigenen Art, Bewegung zu studieren und zu erleben. Sein Leben war im Prinzip der Forschung gewidmet, eine bessere Lebensqualität über einfache Bewegung zu erlangen.

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